Nutze den Selbstausschluss als aktives Instrument für deine Spielgrenzen

Nutze den Selbstausschluss als aktives Instrument für deine Spielgrenzen

Spielen kann spannend, unterhaltsam und sozial sein – doch für manche Menschen kann es auch zur Herausforderung werden, wenn das Spielverhalten ausser Kontrolle gerät. Deshalb ist es wichtig, die Werkzeuge zu kennen, die dir helfen können, den Überblick zu behalten. Eines der wirksamsten Instrumente ist der Selbstausschluss – die Möglichkeit, sich freiwillig und zeitweise oder dauerhaft vom Spiel auszuschliessen. In diesem Artikel erfährst du, wie du den Selbstausschluss als aktiven Teil deiner Spielgrenzen nutzen kannst – als Schritt hin zu einem gesünderen Umgang mit dem Spielen.
Was bedeutet Selbstausschluss?
Selbstausschluss bedeutet, dass du dich freiwillig von Glücksspielen ausschliesst – entweder auf bestimmten Plattformen oder übergreifend. In der Schweiz kannst du dich beispielsweise bei einem Konzessionierten Spielanbieter sperren lassen. Diese Sperre gilt dann für alle landbasierten Casinos in der Schweiz sowie für deren Online-Angebote. Die Sperre kann auf Wunsch auch auf andere Anbieter ausgeweitet werden.
Du kannst dich entweder selbst sperren lassen oder wirst gesperrt, wenn ein Casino Anzeichen für problematisches Spielverhalten erkennt. Eine Selbstsperre kann jederzeit beantragt werden und bleibt so lange bestehen, bis du aktiv ihre Aufhebung beantragst – frühestens jedoch nach einer gewissen Mindestdauer. Ziel ist es, dir eine Pause zu verschaffen, in der du Abstand gewinnst und deine Spielgewohnheiten reflektieren kannst.
Ein Werkzeug zur Übernahme von Verantwortung
Selbstausschluss bedeutet nicht, aufzugeben – im Gegenteil: Es ist ein aktiver Schritt, Verantwortung für dich selbst zu übernehmen. Viele Menschen empfinden Erleichterung, sobald sie sich sperren lassen, weil die Versuchung verschwindet und sie sich auf andere Lebensbereiche konzentrieren können.
Es kann hilfreich sein, den Selbstausschluss mit weiteren Massnahmen zu kombinieren, zum Beispiel:
- Finanzielle Grenzen setzen, um dein Budget zu schützen.
- Ein Spieltagebuch führen, um dein Verhalten besser zu verstehen.
- Mit jemandem sprechen – sei es mit Freunden, Familie oder einer Fachperson.
Wenn du den Selbstausschluss als Teil eines grösseren Plans nutzt, wird er zu einem Werkzeug für Veränderung statt nur zu einer kurzfristigen Pause.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Selbstausschluss?
Es gibt keinen „richtigen“ oder „falschen“ Zeitpunkt, um sich auszuschliessen. Manche Menschen tun es, weil sie merken, dass das Spielen zu viel Raum im Alltag einnimmt. Andere nutzen es vorbeugend – etwa in stressigen Phasen, bei finanziellen Sorgen oder persönlichen Belastungen, wenn das Risiko steigt, mehr zu spielen als beabsichtigt.
Anzeichen, dass ein Selbstausschluss sinnvoll sein könnte, sind zum Beispiel:
- Du spielst, um Sorgen oder negative Gefühle zu verdrängen.
- Du gibst mehr Geld oder Zeit fürs Spielen aus, als du geplant hattest.
- Du versuchst, Verluste durch weiteres Spielen auszugleichen.
- Du fühlst dich schuldig oder verheimlichst dein Spielverhalten.
Wenn du dich in diesen Punkten wiedererkennst, kann der Selbstausschluss ein wichtiger Schritt sein, um wieder Balance zu finden.
So funktioniert der Selbstausschluss in der Schweiz
In der Schweiz kannst du dich direkt bei einem konzessionierten Casino sperren lassen – entweder vor Ort oder online. Die Sperre wird in einer zentralen Datenbank erfasst, die von allen Schweizer Casinos genutzt wird. Das bedeutet: Wenn du dich in einem Casino sperren lässt, gilt die Sperre automatisch auch für alle anderen Casinos und deren Online-Plattformen.
Eine Aufhebung der Sperre ist erst möglich, wenn die Gründe für die Sperre nicht mehr bestehen. Dazu musst du einen Antrag stellen und nachweisen, dass du wieder verantwortungsvoll spielen kannst. Diese Regelung sorgt dafür, dass die Entscheidung nicht leichtfertig rückgängig gemacht wird.
Gib dir selbst Raum für Veränderung
Der Selbstausschluss ist kein Allheilmittel, sondern ein Werkzeug, das dir Zeit und Abstand verschafft, um an deinen Gewohnheiten zu arbeiten. Nutze diese Zeit, um zu überlegen, welche Rolle das Spielen in deinem Leben spielt und was du dir davon erhoffst. Vielleicht stellst du fest, dass du die Spannung vermisst, aber nicht den Druck – oder dass du lieber Aktivitäten nachgehst, die dir Energie und Freude geben.
In der Schweiz gibt es zudem kostenlose Beratungsangebote, die dich unterstützen können – etwa bei regionalen Suchtberatungsstellen oder über die nationale Helpline Sucht Schweiz (www.suchtschweiz.ch). Dort findest du Informationen, anonyme Beratung und Hilfe, wenn du dein Spielverhalten verändern möchtest.
Ein Schritt zu einem gesünderen Umgang mit dem Spielen
Den Selbstausschluss zu nutzen, ist ein Zeichen von Stärke – nicht von Schwäche. Es zeigt, dass du Verantwortung übernimmst und deine Grenzen ernst nimmst. Ob du dich für eine befristete oder eine dauerhafte Sperre entscheidest: Es kann der Beginn eines bewussteren und ausgeglicheneren Umgangs mit dem Spielen sein.
Indem du den Selbstausschluss mit klaren Spielgrenzen, Selbstreflexion und Unterstützung aus deinem Umfeld kombinierst, kannst du ein Spielverhalten entwickeln, das auf Kontrolle, Achtsamkeit und Wohlbefinden basiert.










